Wiesbadener Kurier – 27.11.2019:“Wiesbadener Gesamtschulen gegen „neue Dreigliedrigkeit“

Ein Zeitungsartikel über eine Podiumsdiskussion des Bündnis Gesamtschulen.

https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/wiesbadener-gesamtschulen-gegen-neue-dreigliedrigkeit_20783889

Inklusion, viele Quereinsteiger und weitere Hürden – bei einer Podiumsdiskussion machten sich nun die Lehrer der Wiesbadener Gesamtschulen Luft. Sie übten heftige Kritik an der Stadt.

In Wiesbaden hat keine IGS eine Oberstufe, und das vorgezogene Anmeldeverfahren gilt nur für die immer überwählte Helene-Lange-Schule. Wer im Nachbarland an einer IGS keinen Platz bekommt, muss dann eine andere Schulform wählen. Beides wäre auch für Wiesbaden ein gangbarer Weg, um IGSen attraktiver zu machen, meinte die frühere Leiterin der Helene-Lange-Schule Enja Riegel

Bekanntlich wählt etwa die Hälfte aller Eltern für ihre Kinder nach der Grundschulen den gymnasialen Bildungsgang.

Wilfried Bröder, der für die FDP-Fraktion auf dem Podium saß und früher Schulamtsdirektor war, meinte, die Eltern müssten verstärkt darauf hingewiesen werden, wie tiefgreifend die Konsequenzen für ihre Kinder seien, falls diese auf einer nicht geeigneten Schulform landeten.

Kindern so etwas wie eine Querversetzung zu ersparen, sei einer der großen Vorteile einer Gesamtschule. Die meisten in Wiesbaden arbeiten mittlerweile binnendifferenziert, heißt, die Schüler bleiben in ihrer Klassengemeinschaft, auch, wenn sie von einem höheren Kursniveau zum Beispiel in ein niedrigeres wechseln, weil die Leistungen nicht entsprechend waren. Vorteile wie diese müsse man nutzen, um für die Gesamtschulen zu werben. Allerdings müssten diese hierfür auch äußerlich gut in Schuss sein. Viele würden immer noch wie „Schmuddelkinder“ behandelt, meinte Manon Tuckfeld, Gesamtpersonalratsvorsitzende der Lehrer. Gastgeber Thomas Schwarze erinnerte daran, dass 70 Prozent aller Schüler, die über den Weg IGS Abitur machten, nach der vierten Klassen keine Gymnasialempfehlung hatten und es doch schafften.

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