Neues Gymnasium in Kastel geplant – Was heißt das für die WLS?

Vielleicht haben Sie schon aus der Presse oder dem Rundfunk erfahren, dass zwei neue Gymnasien geplant sind: eines ins Dotzheim (in der Nähe der HSK) und eines in Mainz-Kastel (Kastel-Housing). In Kastel soll zudem eine Vier-Feld-Sporthalle für 12 Millionen Euro entstehen .

Es steht noch nicht fest, welches zuerst gebaut werden soll, aber das erste Gymnasium soll in 2023/24 an den Start gehen und das zweite soll zum Schuljahr 2026/2027 fertig sein. Die Kosten für ein Gymnasium werden auf 36 Millionen Euro geschätzt.

Weitere Informationen finden Sie auf Radio FFH und der AZ.

Die Meinungen über diese Planungen sind geteilt und die Idee, ein Gymnasium in AKK zu errichten, gibt es es auch schon länger (inkl. einer Bürgerinitiative).
Hierzu gab es in der Vergangenheit auch immer wieder Berichte, z.B. in der AZ oder dem Wiesbadender Kurier.

Überraschend und unerwartet kommt diese Meldung aber dennoch, denn bis vor kurzem hieß es noch, es werde so schnell kein Gymnasium in AKK gebaut (wenn überhaupt).

Was heißt das nun für die WLS?

Zunächst:
Gymnasium hin oder her, die Menschen von der WLS (seien es Lehrer, Eltern, Schüler und die Schulleitung) fühlen sich von dieser Meldung mindestens irritiert, oder besser: vor den Kopf gestoßen!
Warum?
Ganz Einfach:
Die neue Schulleitung ist vor wenigen Jahren mit dem Ziel zur WLS gekommen, diese Schule wieder aufzurichten und das in vielerlei Hinsicht: das Gebäude, die Oberstufe und nicht zuletzt der Ruf der Schule.
An diesem Ziel arbeiten viele Menschen, es ist ein Gemeinschaftsprojekt und aus den Samen, die vor einigen Jahren gesät wurden und nach wie vor gesät werden, sprießen langsam kleine Sprößlinge. Der aktuelle 5. Klassejahrgang zum Beispiel könnte die erste Oberstufe der WLS bilden.

Es gibt viele verschiedene Menschen, die am Ziel, die WLS wieder aufzurichten, arbeiten und diese Menschen brauchen Unterstützung.
Jetzt könnten Kritiker natürlich sagen, dass niemand aus einem Bildungshaushalt ernsthaft in Erwägung zieht, sein Kind auf die WLS zu schicken. Warum also diese Schule unterstützen, wenn man eine neue Schule mit besserem/neuen Ruf bauen könnte?
Diesen Gedanken kenne ich persönlich, es war einst auch meiner. Aber ich habe mich geirrt oder besser: ich hatte mich nicht genug informiert, meine Informationen waren veraltet, quasi „von gestern“. Durch einen Zufall durfte ich die „neue“ WLS kennenlernen. Sie hat mich überzeugt, diese neue WLS: Die Schulleitung, die Lehrer, die Schulsozialarbeit usw.

Da entsteht gerade etwas an dieser WLS, daraus kann etwas werden, da kann man sein Kind durchaus hinschicken.
Das glauben Sie nicht? Dann machen Sie sich selbst ein Bild davon … aber bitte erst von den Menschen dort, nicht vom Gebäude!

Ich wiederhole mich nun, wenn ich sage: Die Schule braucht Unterstützung! Oder besser: Die Menschen dort, die gerade etwas neues aufbauen, brauchen Unterstützung, vor allem in Form einer Gebäuderestauration und einer neuen/größeren Mensa.
Es sind nicht unbedingt die Menschen, die den Schulalltag an der WLS erschweren, es ist tatsächlich das Gebäude.

Das neue Gymnasium, sollte es kommen, darf die WLS Sanierung nicht einschränken oder gar gefährden.
Die WLS kann viel bieten, zukünftig auch eine Oberstufe (die notwendigen Gymnasiallehrer unterrichten bereits auf der WLS!). Sollte sie nicht (mehr) ausreichen, weil alle Eltern ihre Kinder an einem („echten“) Gymnasium anmelden wollen, dann bin ich der letzte der gegen ein neues Gymnasium wäre. Wir sollten aber zunächst die Ressourcen nutzen und erhalten, die vor Ort schon verfügbar sind. Auch im Hinblick darauf, dass einige Schüler/innen, die am Gymnasium starten, dann doch irgendwann aus verschiedensten Gründen an einer IGS landen.
Sonst machen wir die gleichen Fehler, wie diejenigen vor uns, die in windeseile vor 50 Jahren viele Schulen bauten (das war nicht der Fehler), dann aber nicht instand hielten (das war der Fehler). Wenn wir heute, im Zeitalter der Nachhaltigkeit, die WLS ohne Not abwickeln und abreißen, hoffe ich, dass in in 50 Jahren die Menschen nachhaltiger denken und die Schule, deren Namen wir noch nicht kennen, pfleglicher behandeln.

Wir wollen alle Inklusion und Integration unterstützen und nachhaltig leben. Durch Unterstützung der WLS tun wir genau dies!


Diesen Beitrag verfasste Sebastian Spudik (Schulelternsprecher der WLS)

Eine Antwort auf „Neues Gymnasium in Kastel geplant – Was heißt das für die WLS?“

  1. Ich fände es sehr schade , wenn durch den Neubau eines Gymnasiums die Erneuerung der WLS nach hinten rückt. Die WLS ist leider stark in die Jahre gekommen und stark renovierungsbedürftig.
    Ausschlaggebend für mich als Mutter für die Wahl dieser Schule als weiterführende Schule für mein Kind zu wählen, war die Aussicht das auch der gymnasiale Abschluss in absehbarer Zeit dort möglich ist und mein Kind nicht erst stundenlang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Man sollte Zukunftsorientiert denken und wir haben viele Kinder in AKK und man darf die vorhandenen Schulen nicht vergessen so wie es wahrscheinlich in der Vergangenheit war.
    Mein Kind verkneift sich den Toilettengang weil es sich ekelt diese zu benutzen. Als Elternteil durfte ich mir selbst ein Bild des Zustandes machen und muss sagen es MUSS definitiv etwas gemacht werden. Nicht erst in einigen Jahren sondern jetzt.

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